Pädagogisches Konzept

 

INHALT

VORWORT

 

1.ALLGEMEINES

1.1 Gesetzliche Grundlagen

1.2 Begriffsbestimmung

1.3 Der Auftrag der Kita

 

2. RAHMENBEDINGUNGEN

2.1 Der Träger der Einrichtung

2.2 Finanzierung der Einrichtung

2.3 Beschreibung der Einrichtung

2.3.1 Räumlichkeiten und Umfeld

2.3.2 Aufnahmeverfahren

2.3.3 Öffnungszeiten

2.3.4 Gruppenstrukturen

2.3.5 Personalstruktur

 

3. PÄDAGOGISCHE INHALTE UND METHODEN

3.1 Grundsätze und Zielsetzungen "lebensnahen Lernens"

3.2 Erziehungsziele

3.3 Die Bedeutung des Spiels

3.4 Der Tagesablauf

3.5 Die Mahlzeiten

3.6 Gruppenarbeit

3.6.1 Differenzierte Gruppenarbeit

3.6.2 Merkmale der Gruppenarbeit

3.6.3 Bedingungen der Gruppenarbeit

3.6.4 Die altersgemischten Gruppen

3.7 Integration

3.7.1 Die Arbeit in der integrativen Gruppe

3.7.2 Aufnahmeverfahren

3.7.3 Elternarbeit

3.7.4 Integration und Kita-Team

3.7.5 Kontakte zu anderen Institutionen

3.8 Elternarbeit

3.9 Einbeziehung des Gemeinwesens

 

4. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

 

5. ZUSAMMENARBEIT MIT ANDEREN ISTITUTIONEN

 

SCHLUSSWORT

 

LITERATURHINWEISE

 

 

 

 

 

 

 

VORWORT

 

Das vorliegende Konzept versteht sich als Grundlage der Arbeit in der Kindertagesstätte (Kita) des

Elternvereins Volmarstein e.V. Unser Anliegen ist es, den Kindern im Kita-Alltag einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie sich wohl und geborgen fühlen.Wir möchten sie begleiten, freudig ihre Lebenswelt zu erkunden.

Wertschätzung, Offenheit, partnerschaftlicher Umgang, Hilfestellung bei Kontaktaufnahme und Konfliktbewältigung, Trost spenden, sind wichtige Inhalte unserer Arbeit.

Ferner gehören zu den Schwerpunkten unserer pädagogischen Arbeit vielfältige Bewegungsangebote, die Begleitung des kindlichen Spiels als natürliches Lernmedium, Förderung der Sprachentwicklung und die Erziehung zur Selbstständigkeit.

Ein strukturierter Tagesablauf bietet den Kindern Orientierung, Sicherheit und erleichtert die Eingewöhnung. Feste Bestandteile im Tagesablauf sind etwa das Freispiel im Außengelände der Kita, das den Kindern viel Freiraum zu körperlicher Betätigung und Sinneserfahrung bietet.

Insgesamt sind für unsere Arbeit vier Grundsätze bindend:

 

  • Kinder haben Lust auf Welt

  • Bewegung und Tätigkeit sind der Motor ihrer Entwicklung

  • Kinder brauchen das Wohlwollen und Einfühlungsvermögen der Erwachsenen

  • Kinder brauchen Halt und Bindung von Erwachsenen

 

Im folgenden Konzeptpapier werden zunächst die Rahmenbedingungen der Kita beschrieben und im Anschluss daran das pädagogische Konzept mit seinen Erziehungszielen, der Planung, Methodik und Organisation der pädagogischen Arbeit.

 

1. ALLGEMEINES

1.1 Gesetzliche Grundlagen

 

Das Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz – KiBiz) bildet die gesetzliche Grundlage für die Kindertagesstätte (Kita). Inhalte dieses Gesetzes sind u.a. die Aufgaben, die Planung und die Finanzierung der Kita sowie die Eltern- und Kindermitwirkung.

Die Kita unterliegt der Aufsicht des Landesjugendamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in

Münster und des Fachdienst Jugend der Stadt Wetter zur Gewährleistung einer Erziehung zum Wohle

des Kindes (§§ 45,1, 46KJIHG).

 

1.2. Begriffsbestimmung

§1 KiBiz

Geltungsbereich und Begriffsbestimmung

(1) Das Gesetz gilt für die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in

Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. Es findet keine Anwendung auf

heilpädagogische Einrichtungen.

(2) Das Gesetz gilt für Kinder, die in Nordrhein-Westfalen ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und

einen Platz in einer Kindertageseinrichtung oder in Kindertagespflege in Nordrhein-Westfalen in

Anspruch nehmen.

(3) Für die Inanspruchnahme von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege sowie für die

Planungsverantwortung gelten die Vorschriften des Sozialgesetzbuches - 8. Buch (VIII) - Kinder- und

Jugendhilfe (SGB VIII) unmittelbar.

(4) Eltern im Sinne des Gesetzes sind die jeweiligen Erziehungsberechtigten; §§ 5 und 23 bleiben

unberührt.

§ 2

Allgemeiner Grundsatz

Jedes Kind hat einen Anspruch auf Bildung und auf Förderung seiner Persönlichkeit. Seine Erziehung

liegt in der vorrangigen Verantwortung seiner Eltern. Kindertageseinrichtung und Kindertagespflege

ergänzen die Förderung des Kindes in der Familie und unterstützen die Eltern in der Wahrnehmung

ihres Erziehungsauftrages.

 

  1. Der Auftrag der Tageseinrichtung für Kinder

 

Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz)

§ 3 KiBiz

Aufgaben und Ziele

(1) Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege haben einen eigenständigen Bildungs-,

Erziehungs- und Betreuungsauftrag.

(2) Die Förderung des Kindes in der Entwicklung seiner Persönlichkeit und die Beratung und

Information der Eltern insbesondere in Fragen der Bildung und Erziehung sind Kernaufgaben der

Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege. Das pädagogische Personal in den

Kindertageseinrichtungen und die Tagespflegepersonen (Tagesmutter oder -vater) haben den

Bildungs- und Erziehungsauftrag im regelmäßigen Dialog mit den Eltern durchzuführen und deren

erzieherische Entscheidungen zu achten.

 

2. RAHMENBEDINGUNGEN

 

2.1Träger der Einrichtung und geschichtliche Entwicklung

 

Der Träger der Kita ist seit 01.01.1983 der Elternverein Volmarstein. In den ersten Jahren der Tagesstättenentwicklung wurden 75 Kinder in vier Gruppen im Alter von 0,4 bis 10 Jahren betreut. Der hohe Bedarf an Hortplätzen veranlasste den Elternverein zusätzlich eine Hortgruppe für 20 Kinder im Grundschulalter einzurichten. Mit Eröffnung der Hortgruppe seit dem 01.08.1990 wurden in der Kita 95 Kinder betreut. In den ersten Jahren der Kita wurden zentrale Tätigkeiten innerhalb des Vereins noch von engagierten Eltern wahrgenommen. Seit vielen Jahren ist mit dem der Entwicklung der Tageseinrichtung eine zunehmende Professionalität realisiert worden. Ausdruck dessen ist mittlerweile sowohl die erreichte finanzielle Sicherstellung von Mitteln, die bisher durch Spenden erbracht werden mussten (Übernahme des Trägeranteils durch die Stadt Wetter), als auch ein personeller Standard und eine verwaltungstechnische Abwicklung, die der Größe und der Bedeutung der Kindertagesstätte entspricht.

Das besondere Merkmal des Elternvereins als freier Träger ist, dass Träger und Eltern eine Einheit

bilden. Die Eltern tragen damit eine besondere Verantwortung, die über die traditionellen Formen

der Elternmitwirkung (wie z.B. den Elternrat) hinausgeht.

Die Eltern verpflichten sich 25 Arbeitsstunden im Jahr zu leisten, die der Einrichtung dienen. Diese

Arbeitsstunden können in unterschiedlicher Form geleistet werden: zur Instandhaltung der Einrichtung

(z. B. Reparaturen, Reinigung, Gartenarbeiten) und Unterstützung der pädagogischen Arbeit (z.B.

Gestaltung von Festen, Teilnahme an Ausflügen und anderen Aktivitäten nach Absprache mit der

Leitung der Kita).

Der Vorstand regelt die laufenden Geschäfte des Vereins, Er setzt sich aus folgenden Mitgliedern

zusammen:

 

  • 1. Vorsitzende/r

  • 2. Vorsitzende/r

  • Kassenwart

  • Schriftführer/in

  • pädagogische/r Mitarbeiter/in

  • Mitglied des Elternrates

  • Beisitzer/in

 

Der Vorstand trifft sich regelmäßig zu Vorstandssitzungen, wobei die Leitungskräfte und die/der Mitarbeitervertreter/in beratend an den Sitzungen teilnehmen. Darüber hinaus nimmt die/der Vorsitzende des Elternrates an den Sitzungen teil.

Die Organisation, Aufgaben und Ziele des Elternvereins Volmarstein e.V. sind in der Satzung festgelegt.

Der Elternverein ist dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) angeschlossen. Der DPWV betreut die Einrichtung und unterstützt sie durch fachkompetente Beratung und Information. Die Leitung nimmt an regelmäßigen Fachberatungstreffen teil.

2.2 Finanzierung der Einrichtung

 

Die Finanzierung der Einrichtung ist im Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz) geregelt.

 

2.3. Beschreibung der Einrichtung

 

2.3.1 Räumlichkeiten und Umfeld

 

Die Kita Pusteblume befindet sich im Stadtteil Wetter-Volmarstein auf dem Gelände der Evangelischen Stiftung Volmarstein (ESV). Die Tagesstätte ist in einem eingeschossigen, unterkellerten Gebäude mit einer Nutzfläche von ca. 1000 m² untergebracht. Das Außengelände umfasst ca. 3.000 m². Jeder Gruppe stehen zwei Räume von insgesamt ca. 80 m², sowie ein Flur- und Sanitärbereich zur Verfügung. Gemeinsam nutzen die Gruppen die Halle (80 m²) und den Gymnastikraum (44 ²m). Weitere Räume sind ein Babywickel- und Schlafraum, Werkraum, Büro, Besprechungs-, Mitarbeiter-, Schlafraum sowie Hauswirtschafts-., Lager- und weitere Funktionsräume.

 

2.3.2 Aufnahmeverfahren

 

Anmeldungen von Bürgern der Stadt Wetter werden vorrangig berücksichtigt. Anmeldungen sind nach

der Geburt möglich. In einem ausführlichen Gespräch – nach Terminvereinbarung- wird das

Aufnahmeverfahren erläutert.

 

2.3.3 Öffnungszeiten

 

Die Tageseinrichtung ist ganzjährig von 7.00 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Die Eltern können zwischen verschiedenen Buchungszeiten wählen (25 Std., 35 Std., 45 Std.).

 

2.3.4Gruppenstrukturen

 

Die Gruppenstrukturen ergeben sich aus den gesetzlichen Vorgaben (KiBiz) und können sich demnach

jährlich ändern. In der Kita werden Kinder im Alter von 0,4 bis zur Einschulung betreut; außerdem

stehen bis zu 3 integrative Betreuungsplätze zur Verfügung.

Die folgende Tabelle zeigt die Gruppenstrukturen und Belegung der fünf Gruppen der Kita Pusteblume (gültig ab dem Kindergartenjahr 2013/14):

 

 

Gruppenname

Gruppenform (KIBIZ)

Alter

Belegung

Gruppe 1

Die kleinen Strolche

Gruppenform II

0,4 - 3 Jahre

10 Kinder

Gruppe 2

Die Käfergruppe

Gruppenform III

3 – 6 Jahre

25 Kinder

Gruppe 3

Die Bärengruppe

Gruppenform I

2 – 6 Jahre

20 Kinder

Gruppe 4

Die Pinguingruppe

Gruppenform I

2 – 6 Jahre

20 Kinder

Gruppe 5

Die Igelgruppe

Gruppenform I

3 -6 Jahre

20 Kinder

 

2.3.5 Personalstruktur

 

In der KITA Pusteblume sind Erzieher/innen, Heilpädagogen/innen, Kinderpfleger/innen sowie Praktikanten/innen tätig.

 

 

 

3. PÄDAGOGISCHE INHALTE UND METHODEN

 

3.1. Grundsätze und Zielsetzungen "Lebensnahes Lernens"

 

Die Lebenswirklichkeit ist Ausgangspunkt der pädagogischen Arbeit!

Den Kindern wird es in der heutigen Gesellschaft nicht leicht gemacht, in eine sehr differenzierte und kaum noch überschaubare Welt hineinzuwachsen. Im hochtechnisierten Zeitalter sind Kinder von wichtigen Erfahrungsfeldern teilweise ausgeschlossen und andererseits werden sie mit neuen Reizen überflutet. Die Möglichkeiten zur Aneignung der Wirklichkeit verändern sich ständig. Dies kann eine Begrenzung des Auslebens der Bewegungs- und Erfahrungsbedürfnisse bedeuten. Phantasie und Kreativität können verloren gehen.

Auf dieser situativen Grundlage und hinsichtlich der konzeptionellen Weiterentwicklung entstand bereits 1998 der Grundgedanke der Umgestaltung des Außengeländes. Dadurch möchten wir den Kinder alternative Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten bieten und ihnen neue Impulse im Umgang mit der Natur ermöglichen. Das Leben mit der Natur und das Erleben der Natur haben uns bewogen, abwechslungsreiche Spielräume im Außengelände zu schaffen. In diesem erweiterten Spiel- und Lebensraum können die Kinder, bedingt durch vielseitige Erfahrungsmöglichkeiten, nicht nur motorische und kognitive Fähigkeiten entwickeln, sondern auch einen engen Bezug zur Umwelt und somit Verantwortung für ein aktives natur- und umweltbewusstes Handeln erlangen. Um diese Erfahrungsmöglichkeiten zu bieten, wurden in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Kindern und Eltern naturnahe Spielräume geschaffen.

Unsere pädagogische Arbeit sieht ihre Aufgabe darin, Kindern aus verschiedenen Lebenssituationen und Lerngeschichten zu befähigen, in Situationen ihres gegenwärtigen und künftigen Lebens möglichst selbständig und kompetent denken und handeln zu können. Hierzu gehört auch die Vermittlung eines kompetenten Umganges mit Medien und die Gesundheitserziehung im Gruppenalltag.

Soziales Lernen soll Kinder darin unterstützen, ihren Anspruch auf Selbstbestimmung zu vertreten. Sie

sollten diesen Anspruch in kompetenter Weise mit den dazu notwendigen Fertigkeiten und

Kenntnissen erfüllen können.

 

Welche Lebenssituationen sind bedeutsam für lebensnahes Lernen?

Es können alle Situationen sein, mit denen Kinder im alltäglichen Leben konfrontiert werden (z.B. in

der Familie, im Straßenverkehr). Es können auch Situationen für Minderheiten von Kindern sein, die

einer besonderen Unterstützung bedürfen (z.B. Kinder mit Behinderungen oder Kinder mit

Migrationshintergrund) oder Situationen, die bei Kindern ein besonderes Interesse wecken oder

Probleme verursachen (z.B. Tod, Konflikte im Zusammenleben).

Will man die Situationen lokalisieren, so können drei Bereiche genannt werden:

Die Familie, die Kita und das Gemeinwesen mit seinen Gruppierungen und Einrichtungen.

 

3.2. Erziehungsziele

 

Der Erziehungsauftrag der Kita besteht darin, dem Kind zu helfen, seine Bedürfnisse mit den

unterschiedlichen Erwartungen seines gegenwärtigen und zukünftigen Lebens in Einklang zu bringen.

Durch die pädagogische Arbeit wird das Kind unterstützt, sein Leben sinnvoll und verantwortlich zu

gestalten. Schrittweise lernt es, am Gruppenleben teilzunehmen, dabei seine eigene Rolle zu erkennen

und unterschiedliche soziale Verhaltensweisen und Fähigkeiten einzuüben.

Entsprechend den Grundsätzen des lebensnahen Lernens sollen kindliche Bedürfnisse befriedigt und

neue Bedürfnisse geweckt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz) :

§ 13

Grundsätze der Bildungs- und Erziehungsarbeit

(1) Tageseinrichtungen führen die Bildung, Erziehung und Betreuung nach einem eigenen träger oder

einrichtungsspezifischen pädagogischen Konzept durch.

(2) Die Bildungs- und Erziehungsarbeit zielt darauf ab, das Kind unter Beachtung der in Artikel 7 der

Landesverfassung des Landes Nordrhein-Westfalen genannten Grundsätze in seiner Entwicklung zu

einer eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern, es zu

Verantwortungsbereitschaft, Gemeinsinn und Toleranz zu befähigen, seine interkulturelle Kompetenz

zu stärken, die Herausbildung kultureller Fähigkeiten zu ermöglichen und die Aneignung von Wissen

und Fertigkeiten in allen Entwicklungsbereichen zu unterstützen.

(3) Die Einrichtungen haben ihre Bildungskonzepte so zu gestalten, dass die individuelle

Bildungsförderung die unterschiedlichen Lebenslagen der Kinder und ihrer Eltern berücksichtigt und

unabhängig von der sozialen Situation der Kinder sichergestellt ist. Die Einrichtungen sollen die

Eltern über die Ergebnisse der Bildungsförderung regelmäßig unterrichten.

(4) Die Kinder wirken bei der Gestaltung des Alltags in der Kindertageseinrichtung ihrem Alter und

ihren Bedürfnissen entsprechend mit.

(5) Die Entwicklung des Kindes soll beobachtet und regelmäßig dokumentiert werden. Die

Bildungsdokumentation setzt die schriftliche Zustimmung der Eltern voraus.

(6) Zur Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrages gehört die kontinuierliche Förderung der

Sprachentwicklung des Kindes im Sinne des § 22 Abs. 3 SGB VIII. Das pädagogische Konzept nach

Absatz 1 muss Ausführungen zur Sprachförderung enthalten. Verfügt ein Kind nicht in altersgemäß

üblichem Umfang über deutsche Sprachkenntnisse, hat die Tageseinrichtung dafür Sorge zu tragen,

dass es eine zusätzliche Sprachförderung erhält. Soweit ein Kind an zusätzlichen

Sprachfördermaßnahmen in der Tageseinrichtung teilnimmt, hat die Tageseinrichtung auf Wunsch der

Eltern die Teilnahme zu bescheinigen.

 

An dieser Stelle seien einige Grundbedürfnisse des Kindes genannt:

 

Soziale Bedürfnisse:

  • Bedürfnis nach Anerkennung, Zuwendung und Sicherheit.

  • Freunde zu haben.

  • Sich in der Umwelt orientieren zu können.

  • Nach persönlichem Freiraum und Selbständigkeit.

  • Kulturelle Erfahrungen zu machen (Religion, Sitten, Bräuche).

 

Motorische Bedürfnisse:

  • Das Bedürfnis nach Bewegung, Ruhe und Entspannung sowie nach Körpererfahrung und Geschicklichkeit.

 

Kognitive Bedürfnisse:

  • Das Bedürfnis, sich immer neues Wissen anzueignen.

 

Bedürfnis nach Kreativität:

  • Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Materialien sammeln, Phantasie ausleben.

 

3.3 Die Bedeutung des Spiels

 

Für die Arbeit mit Kindern ist das Spiel ein grundlegender Aspekt. Für pädagogisches Handeln ist es bedeutsam, das Spiel einzusetzen als Mittel zur sozialen, motorischen und kognitiven Entwicklung und Förderung. Durch das Spiel wird dem Kind die Möglichkeit zur Konfliktverarbeitung und Anregung von Phantasie und Aktivität gegeben, sowie die Aneignung von Wissen. Spiel ist die intensive Auseinandersetzung des Kindes mit der Umwelt. Das Spiel gehört zur Natur des Kindes, es stellt Formen seiner Ausdrucksmöglichkeiten dar und ist somit ein bedeutendes Lernmittel. Für unsere Arbeit heißt das, dem Kind die Möglichkeit zu geben

 

- spielend zu lernen durch Spiel-

 

Wir ermöglichen dem Kind vielfältige und ergänzende Lern- und Lebenserfahrungen, die nicht nur auf abstrakte Art und Weise vermittelt werden, sondern in die realen Lebenssituationen eingebettet sind. Das dadurch entstandene Selbstbewusstsein und die Eigenständigkeit bilden eine wichtige Voraussetzung für die Schulfähigkeit. Die Kinder werden durch altersspezifische und vielseitige Angebote in der Gruppe ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert. Vorschulerziehung findet bei uns nicht nur am Ende der Kita-Zeit statt, sondern während der ganzen Zeit von der Geburt bis zur Einschulung. (§§ 13,14 KiBiz) Die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Grundschulen ist von besonderer Bedeutung. Im letzten Jahr vor der Einschulung werden besondere Angebote und Aktivitäten für die Vorschulkinder durchgeführt. An dieser Stelle seinen drei Projekte, die besonders die Vorschulkinder betreffen, aufgeführt. Diese drei Projekt werden von speziell geschultem Personal durchgeführt.

 

Das Zahlenland

Im Projekt „Zahlenland“ geht es um die frühe mathematische Bildung in Kindergarten, Grundschule und Förderunterricht.

Ziel der Entdeckungen im Zahlenland mit seinen Projektteilen Zahlenland 1 und Zahlenland 2 ist es, Kindern bereits vor der Schule grundlegende Erfahrungen mit Zahlen zu ermöglichen, die ihnen helfen Wissen über die Welt aufzubauen und dieses Wissen mit ihrem Leben zu verbinden. Das Projekt wurde von Prof. Gerhard Preiß entwickelt und erprobt, der vor seiner Pensionierung Professor für Didaktik der Mathematik an der PH Freiburg war. Die grundlegenden (und neuen!) Ideen des Projekts sind aus der Verbindung von Hirnforschung und Mathematikdidaktik hervorgegangen. Bei einer solchen "neurodidaktischen" Sichtweise steht nicht der Lernstoff im Mittelpunkt, sondern das einzelne Kind mit seinen individuellen Neigungen und Begabungen.“ (weitere Infos finden sich unter: http://www.zahlenland.info/de/).

 

Deutsch für den Schulstart (DfdS)

DfdS ist ein Sprachförderprogramm für die Kinder, die bei dem obligatorischen Delfin 4 – Test nicht die erforderlichen Punktzahlen erreichen. In spielerischer Weise ( Bildbetrachtungen, Malen, Singen, Spiel usw.) wird dabei in einer Kleingruppe versucht, den Sprachstand (Wortschatz, Sprachgebrauch) der Kinder zu verbessern. Das Program DfdS ist von der Universität Heidelberg entwickelt worden und in der Praxis vielfach erprobt worden.

 

Bielefelder Screening (BiSc)

Das Bielefelder Screening ist ein Verfahren zur Früherkennung von Lese- und Rechtschreib- schwierigkeiten, das bei Vorschulkindern zehn beziehungsweise vier Monate vor der Einschulung einsetzbar ist.

 

Hören, lauschen, lernen

Das Gruppentraining mit dem Würzburger Trainingsprogramm („Hören, lauschen, lernen“) (Küspert & Schneider 1999, 3. Aufl. 2001) besteht aus sechs Übungseinheiten, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Die Spiele dieser Übungseinheiten verfolgen das Ziel, den Vorschulkindern Einblick in die Lautstruktur der gesprochenen Sprache zu vermitteln. Es geht dabei um eine Förderung der Vorläuferfertigkeit phonologische Bewusstheit und nicht um das vorgezogene Lesen- und Schreibenlernen! Das Programm ist mit vielen Bildern, Bewegungs- und Singspielen sehr spielerisch gestaltet und will den Kindern nicht nur Einblick in die Welt der Laute, sondern auch Freude im Umgang mit der Sprache vermitteln (weitere Infos unter: http://www.phonologische-bewusstheit.de)

 

 

 

 

 

 

 

 

3.4 Tagesablauf

 

Immer Wiederkehrendes und ein fester Rahmen sowohl innerhalb der jeweiligen Gruppen als auch in der gesamten Kita bieten den Kindern Orientierung und Sicherheit.

Gruppenintern:

Feste Punkte im Tagesablauf der Gruppe sind: Freispiel, verschiedene Angebote, differenzierte Projektarbeit, Bewegunsangebote, Spielkreise und die gemeinsamen Mahlzeiten.

Gruppenübergreifend:

Zusätzlich finden gruppenübergreifende Aktivitäten statt. (gemeinsame Nutzung der Halle, des Außengeländes, Bildung von Partnergruppen, Projektarbeit, Interessengemeinschaften, Schulanfängerprojekte).

Gruppenübergreifendes Arbeiten ergibt sich aus pädagogischen und organisatorischen Gesichtspunkten. Die Interessengemeinschaften (IG’s) bieten kleine Projekte zu bestimmten Themen mit einer kleinen Gruppenstärke, über einen begrenzten Zeitraum, an.Beispiele von IG’s: Musik, Malen, Kochen, Theaterspielen, Walderkundung. Die inhaltliche Auswahl und das Zustandekommen von IG´s erfolgen nach pädagogischen und organisatorischen Gesichtspunkten.

 

3.5 Die Mahlzeiten

 

Im Allgemeinen gibt es in der KITA drei Mahlzeiten: das Frühstück, das Mittagessen und das

nachmittägliche Picknick für die 45 Std.- Kinder.

Alle Mahlzeiten haben nicht nur die Aufgabe, die Kinder zu sättigen, sondern dienen auch als

Kommunikationsort für die Gruppe. Das Essen soll zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis werden.

Um diese Atmosphäre gestalten zu können, wird darauf geachtet, dass der Tisch ansehnlich gedeckt ist

und dass Störungen von außen nach Möglichkeit vermieden werden.

Das Tischdecken und –abräumen wird gemeinsam mit den Kindern durchgeführt; die Kinder sollen

außerdem den richtigen Gebrauch des Tischbesteckes erlernen.

Bei allen Mahlzeiten wird darauf geachtet, dass die Kinder Achtung vor Lebensmitteln bekommen und

ein gesundes und möglichst vollwertiges Essen zu sich nehmen.

Größtmöglicher Verzicht auf stark gesüßte und fettige Lebensmittel soll den Kindern, aber auch den

Eltern nahegebracht werden.

Von allen Gruppen werden immer wieder Projekte zum Thema „Ernährung“ (z.B. Kochen,

Lebensmittelkunde usw.) durchgeführt, um diesem Ziel näher zu kommen. Zur Unterstützung dieses

Vorhabens arbeiten wir mit dem Kreisgesundheitsamt EN ( Ernährungsberatung, Zahnputzaktionen)

zusammen.

 

3.6 Gruppenarbeit

 

3.6.1 Differenzierte Gruppenarbeit

 

Differenzierte Gruppenarbeit ermöglicht folgende Aspekte:

den unterschiedlichen aktuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Kinder Rechnung zu tragen, mit den Kindern Situationen zu gestalten, in denen sie sich ungestört betätigen können, vielfältige Kontakte der Kinder untereinander entstehen zu lassen und zu pflegen, aus denen sich im

Zusammenleben Beziehungsfähigkeit entwickeln und differenzieren kann.

Die Kommunikation von Kindern unterschiedlicher sozialer Herkunft in der altersgemischten Gruppe

ist ein wesentliches Anregungsmoment für die Förderung des Sozialverhaltens und der

Lernmotivation.

Die Konzentrationsfähigkeit der Kinder wird gefördert.

Die Kinder haben Gelegenheit zu Einzel-, Partner- und Gruppenspielen bzw. -tätigkeiten.

Dabei ist es wichtig, dass das Kind sich frei für eine bestimmte Tätigkeit entscheiden kann und dass

freie Gruppenbildungen und -auflösungen möglich sind.

 

 

 

 

3.6.2 Merkmale der Gruppenarbeit

 

Differenzierte Gruppenarbeit ist gekennzeichnet durch folgende Aspekte:

Gelegenheit zu Aktivitäten und Kontakten nach eigenem Rhythmus und eigener Wahl, die möglichst nicht von außen gestört werden sollte, dazu stehen den Kindern viele Spielbereiche in unterschiedlichen Räumen zur Verfügung.

Angebote und Aktivitäten der Erzieher/innen mit einzelnen Kindern, Kleingruppen oder der Gesamtgruppe. Die Art und der Zeitpunkte solcher Angebote sind von der jeweiligen Situation abhängig. Dabei wird Wert auf die vielfältige Gestaltung und Nutzung des Gruppenbereiches und Einbeziehung anderer Räume und des Umfeldes gelegt. Die Kinder werden am Gestaltungsprozess nach Möglichkeit beteiligt.

 

3.6.3 Bedingungen der Gruppenarbeit

 

Organisatorische und pädagogische Bedingungen differenzierter Gruppenarbeit sind:

ein zugängliches Materialangebot, das selbständige Aktivitäten von Kindern aller Altersgruppen fördert, das Einbeziehen der Kinder in die Bereiche: Ideen sammeln, Pläne schmieden, Absprachen treffen, Regeln erstellen, verstehen und verinnerlichen, eine ständig weiterzuführende Situationsanalyse, die sich sowohl auf die Lebenssituation der einzelnen Kinder als auch auf die spezielle Gruppensituation richtet, die Beobachtung einzelner Kinder und der Gesamtgruppe. In diesem Zusammenhang werden regelmäßige Entwicklungsdokumentationen erstellt (§ 13,5 KiBiz),

die Planung und Reflexion der pädagogischen Arbeit, die Überprüfung von organisatorischen und zeitlichen Abläufen unter Berücksichtigung der Bedeutung für die Kinder beinhalten. Wichtig ist darüber hinaus die Eigenständigkeit der Gruppe im Gesamtkomplex der Kita. Zur Vernetzung der Gruppen werden regelmäßig Gespräche im Mitarbeiterkreis geführt, um gemeinsames pädagogisches Handeln zu planen und zu reflektieren. Ergänzt werden diese Teamsitzungen, durch Gruppenbesprechungen und mindestens einen pädagogischer Mitarbeitertag pro Jahr. Darüber hinaus finden regelmäßige Gespräche zwischen Träger, Eltern und Mitarbeiterinnen über die konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung oder die Notwendigkeit zu regelmäßiger Fortbildung aller Mitarbeiter/innen. Dies begründet sich durch die vielfältigen Aufgaben und Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte , die sich aus den sich verändernden gesellschaftlichen und politischen Bedingungen ergeben, wie z.B. die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, Kindern mit Behinderungen oder Verhaltensauffälligkeiten.

Formen der Fortbildung sind die Teilnahme an externen Fachseminaren, Informationsabenden mit

Fachreferenten in der Kita (öffentlich), das Lesen von Fachliteratur und der Informationsaustausch

innerhalb des Teams.

 

3.6.4 Die altersgemischten Gruppen (nach Kibiz)

 

Da Kinder im Alter von 0,4 – 6 Jahren grundlegende Entwicklungsphasen durchlaufen, wie z.B. das

Erlernen des Laufens, das Entwöhnen der Windel, Spracherwerb und selbständiges Essen, ist auch

eine erweiterte Elternarbeit nötig. Hierbei wird im intensiven Austausch mit den Eltern die

Entwicklung des Kindes innerhalb des Kitaalltages reflektiert.

Ältere Kinder erhalten außerdem die Möglichkeit, das Heranwachsen eines Kleinkindes mitzuerleben

und zu unterstützen, was in positiver Weise dazu beiträgt, ihr Sozialverhalten zu stärken.

Im täglichen Miteinander bietet sich den älteren Kindern die Möglichkeit, ihr Einfühlungsvermögen

im Zusammenleben mit jüngeren und schwächeren Kindern zu entwickeln, so dass ein liebevolles und

verantwortungsbewusstes Miteinander entstehen kann.

Durch Beobachten und Nachahmung erhalten auch die jüngeren Kinder Anregung und Zuwendung.

Die altersspezifischen Angebote und Projekte, das vielfältige Angebot an Spiel- und Bastelmaterial,

ermöglicht den Kindern ihre bereits erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vertiefen und zu

fördern. Ihre Selbständigkeit und Eigenaktivität kann somit ständig weiterentwickelt werden.

Durch immer wiederkehrende Alltagssituationen erfahren die Kinder eine Orientierung und Sicherheit,

die ein partnerschaftliches Zusammenleben ermöglichen.

 

 

  1. Integration

 

  1. Die Arbeit in der integrativen Gruppe

 

§ 8 (KiBiz)

Integrative Bildungs- und Erziehungsarbeit

Kinder mit Behinderungen und Kinder, die von einer Behinderung bedroht sind, sollen nach Möglichkeit gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung gefördert werden. Die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen und von Kindern, die von einer Behinderung bedroht sind, sind bei der pädagogischen Arbeit zu berücksichtigen.

Der Anlass zur Einrichtung integrativer Plätze in der Kita Pusteblume ergab sich aus dem konzeptionellen Anspruch sowie auf Grund der Nachfrage betroffener Eltern sowie von Ärzten und Frühförderstellen aus dem Umfeld. Seit 1991 betreuen wir bis zu drei Kinder mit Behinderungen in einer Gruppe. Die therapeutische Versorgung der Kinder findet zum Teil in der Kita statt. Die Therapeuten betreuen teilweise in der integrativen Gruppe, so dass eine sehr enge Kooperation mit den Mitarbeiter/innen möglich ist. Die Kita selbst kann keine speziellen Therapieangebote leisten!

In integrativen Gruppen werden Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam betreut und

gefördert. Mit der Aufnahme von Kindern mit Behinderungen in die Kita geben wir ihnen die

Möglichkeit, eine Einrichtung in ihrem Wohngebiet zu besuchen und somit Kinder aus ihrer

Nachbarschaft kennen zu lernen.

Grundlage der (heil-) pädagogischen Arbeit in der integrativen Gruppe, ist die Überzeugung, dass jeder Mensch die Potentiale zu einer konstruktiven Entwicklung in sich trägt. Ziel der integrativen Arbeit ist es daher, ein Förderangebot zu gestalten, dass diese Potentiale weckt und Entwicklungsprozesse anbahnt.

Darüber hinaus ist das erwähnte Konzept des „Lebensnahen Lernen“ so wie der situationsorientierte Ansatz auch für die integrative Gruppe Grundlage der pädagogischen Arbeit. Dies folgt der Überzeugung, dass sich situationsbezogenes Arbeiten in besonderem Maße für die Realisierung einer für alle Kinder förderlichen gemeinsamen Erziehung eignet. Wir fassen die integrative Gruppe als umfassende Lernsituation für Kinder auf, als einen Lebens- und Erfahrungsraum, der kein Kind ausschließt. Das Kind wird in der Gesamtheit seiner Lebensbezüge gesehen.

Die Heterogenität altersgemischter Gruppen bietet vielfältige Förderungsmöglichkeiten, die mit der Methode der differenzierten Gruppenarbeit für Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen nutzbar gemacht werden können. So berücksichtigt etwa die Themenauswahl der Gruppe die Bedürfnisse aller Kinder; Angebote werden so strukturiert, dass nicht alle Kinder dasselbe tun oder können müssen. Die Kinder können entsprechend ihrer Möglichkeiten teilnehmen; Angebote sowie Materialauswahl ermöglichen selbständige Aktivitäten der Kinder.

Innerhalb der Gruppe stellt sich die Förderung der Kinder nicht als Therapie dar, sondern sie unterstützt durch (heil-) pädagogische Maßnahmen verschiedener Art die Entwicklung. Jedes Kind wird in seiner Individualität und Selbständigkeit mit dem Ziel gefördert, seine Persönlichkeit in die Gruppe einbringen zu können und die Gruppe mit zu strukturieren.

Durch die gemeinsame Erziehung bekommen alle Kinder vielfältige Entwicklungsanreize und können im Zusammenleben Unterschiede und Ähnlichkeiten erleben, wodurch sich eine Atmosphäre sozialer Toleranz entwickelt, die jedem Kind ungeachtet seiner Fähigkeiten ein positives Selbstwertgefühl vermittelt.

 

  1. Aufnahmeverfahren für Kinder mit Behinderungen

 

Die Aufnahme von Kindern mit Behinderungen findet unter Berücksichtigung von bestimmten

Voraussetzungen statt. Der erste Kontakt mit der Kita findet in Form des Aufnahmegespräches

zwischen Eltern, Kind, Leitung und Erziehern statt.

Bestandteil dieses Gespräches sind zum einen die Vorstellungen, die die Eltern mit integrativer

Erziehung verbinden, sowie die Möglichkeiten, die die Einrichtung leisten kann.

Berichte von Ärzten, Therapeuten und Frühförderstellen sind der Leitung zur Einsicht zur Verfügung

zu stellen, um den Krankheitsverlauf und die spezifische Behinderungsart kennen zu lernen.

Desweiteren sind Informationen bezüglich Therapien, der Lebensgewohnheit und des Umfeldes sowie

individuelle Bedürfnisse des Kindes notwendig. Die persönliche Vorstellung des Kindes mit

Behinderung ist von besonderer Wichtigkeit, um sich über diesen ersten Kontakt sowie die eben

genannten Informationen ein individuelles "Bild" vom Kind verschaffen zu können.

Das Aufnahmegespräch klärt, welche konkreten Hilfestellungen das Kind benötigt.

Die Übereinstimmung der Eltern mit dem pädagogischen Konzept ist Voraussetzung für die

Aufnahme des Kindes. Vorhandene Gruppenstrukturen müssen berücksichtigt werden.

Nach Antragstellung über das örtliche Jugendamt an das Landesjugendamt in Münster und deren

Zustimmung, entscheidet die Leitung über die Aufnahme des Kindes.

 

  1. Elternarbeit

 

Die Zusammenarbeit zwischen den Eltern des Kindes mit Behinderung und den Mitarbeitern der

Gruppe ist eine wichtige Grundlage der Integrationsarbeit.

Elterngespräche finden regelmäßig statt, um sich über den aktuellen Entwicklungsstand und die daraus

folgenden pädagogischen Maßnahmen auszutauschen, sowie die Eltern unterstützend zu begleiten.

Des Weiteren können Informationen bezüglich anderer fachspezifischer Institutionen gegeben werden,

die eine vielseitige pädagogische Förderung ergänzen können bzw. eine Anlaufstelle und

Stütze für betroffene Eltern sind.

 

  1. Integration und Kita- Team

 

Um die Integration innerhalb der Gruppe gewährleisten zu können, müssen im Team bestimmte

Grundvoraussetzungen geschaffen werden.

Wichtig ist der regelmäßige Austausch im Gesamtteam. Hierbei werden Informationen über die

Kinder mit Behinderungen weitergegeben bezüglich:

  • der Behinderungsart,

  • des daraus resultierenden Pflegeaufwandes und individuelle pädagogische Aspekte,

  • Entwicklungsveränderungen,

  • Aufenthaltsdauer in der Kita,

  • Gespräche mit Ärzten, Therapeuten etc.,

  • gesetzliche Grundlagen und Richtlinien.

Die zusätzliche pädagogische Fachkraft der integrativen Gruppe arbeitet innerhalb der Gesamtgruppe,

d.h. die Kinder mit Behinderungen werden nicht ausgegliedert. Teilweise finden Kontakte zu den

anderen Gruppen in der Kita statt, um somit gegenseitiges Kennenlernen und Akzeptanz zu

ermöglichen.

 

3.7.5 Kontakte zu anderen Institutionen

 

Gezielte Fortbildungen der Mitarbeiter der integrativen Gruppe zum Bereich Integrationsarbeit" sind

notwendig. Ebenso unterstützt die Zusammenarbeit mit anderen fachspezifischen Institutionen die

Förderung des Kindes mit Behinderung. Durch die Teilnahme der Mitarbeiter an den Therapien

(extern) sowie Besuche der Therapeuten in der Kita, wird den Mitarbeitern der Umgang mit den

Kindern erleichtert. Es bestehen Kontakte zu Frühförderstellen, Erziehungsberatungsstellen,

Wohnheimen für Behinderte der Evangelischen Stiftung Volmarstein, Fach- und Förderschulen,

Therapeuten und Ärzten. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Einrichtungen, die integrativ arbeiten,

ist gegeben.

Der ständige Austausch zwischen Eltern, Mitarbeitern und den genannten Institutionen ist zum Wohle

des Kindes notwendig, um das Wissen zu erweitern, die Erfahrungen zu reflektieren und neue Aspekte

zu berücksichtigen.

 

  1. Elternarbeit

 

Die Zusammenarbeit von Eltern und Erziehern ist ein wichtiger Bestandteil des lebensnahen Lernens.

Mittelpunkt und Ausgangspunkt der pädagogischen Planung und Handlung ist, das Kind mit seinen

Bedürfnissen, Interessen und Erfahrungen. Daher ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern

erforderlich, um an den vorhandenen Erfahrungen der Kinder anknüpfen zu können und die

individuelle Entwicklung zu berücksichtigen. Ebenso müssen die Eltern über die Geschehnisse in der

Kita informiert sein. Das Miteinander von Eltern und Erziehern ist zum Wohle des Kindes von

enormer Bedeutung, um die Erziehung im Elternhaus und in der Kita aufeinander abstimmen zu

können.

Elternarbeit findet in unterschiedlichen Formen statt:

 

Für die neuen Eltern:

Der erste Kontakt zwischen Kita und Eltern ist in der Regel das Aufnahmegespräch zwischen den

Eltern und der Leitung. Hierbei erhalten die Eltern Informationen über die Besonderheit des

Elternvereins als Träger der Kita.

Die jeweilige Gruppe stellt sich den Eltern und ihren Kindern an einem „Kennenlernnachmittag" oder

bei individuell gestalteten Treffen vor.

 

Eingewöhnungszeit

In den ersten zwei Augustwochen findet die Eingewöhnungszeit der Neuaufnahmen statt. Der Verlauf der Eingewöhnung soll sich nach den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Kinder richten und Absprachen mit den Eltern sind in dieser Zeit besonders wichtig.

 

Im Laufe der Kindergartenzeit gestaltet sich die Elternarbeit wie folgt:

 

Elternabende

Die Elternabende finden auf Gruppenebene zweimal jährlich statt. Dabei kann die Initiative von den Eltern oder den Erziehern/innen ausgehen. Von zentraler Bedeutung ist aber in jedem Fall ein gemeinsames Gespräch (z.B. Absprache zu speziellen Themen oder Abläufen in der Gruppe, Planen von Aktivitäten). Zusätzlich können in der Gruppe gemeinsame Spiel- und Bastelnachmittage für Eltern und Kinder angeboten werden.

 

Elterngesprächswoche

Einmal jährlich findet in den Gruppen die „Elterngesprächswoche“ statt. In Einzelgesprächen kann hier die Gesamtsituation des Kindes anhand der Entwicklungsdokumentation besprochen werden. Möglichkeiten zu Einzelgesprächen nach Terminabsprache außerhalb der Elterngesprächswoche ergeben sich je nach Beweggrund.

 

Hospitation

Jedes Elternteil hat die Möglichkeit, nach Absprache mit den Erziehern/innen, in den Gruppen zu hospitieren, um einen konkreten Einblick in das Gruppengeschehen zu erhalten.

 

Feste und Feiern

Im Laufe eines Kindergartenjahres finden Feste und Feiern für Eltern und Kinder oder auch nur für Eltern statt, bei denen die Förderung der Gemeinschaft innerhalb der Kita/des Vereins im Vordergrund steht.

 

Elterninformationen

Informationen für die Eltern werden von der Leitung und den Gruppen an den Infowänden in den Gruppen und der Halle veröffentlicht.

 

  1. Einbeziehung des Gemeinwesens

 

Das Lernen findet nicht nur in der Kita statt. Die Ziele des „Lebensnahen Lernens" machen es erforderlich, Lernen dort anzusiedeln, wo gelebt und gehandelt wird, dazu gehören auch Einrichtungen in der Nachbarschaft, wie z.B. die Bäckerei, Schule etc. Ein Arbeiten, welches auf das Gemeinwesen ausgerichtet ist, beinhaltet die Öffnung der Kita nach außen, um den Kindern ein vielseitiges Feld an Erfahrungsmöglichkeiten zu bieten. Bestimmte Themen werden in Teilschritten, altersspezifisch in Form von Projekten erarbeitet.

 

 

 

4. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

 

Um einer breiten Elternschaft schon vor Aufnahme des Kindes in die Kita bekannt zu sein, findet Öffentlichkeitsarbeit statt, z.B. durch Feste, öffentliche Informationsabende für Eltern.

Durch Mitteilungen in der Presse geben wir Informationen an die allgemeine Öffentlichkeit, und die

Teilnahme an Veranstaltungen in der Gemeinde (z.B. Weihnachtsmarkt ESV) stellt sich der

Elternverein/die Kita einer breiten Öffentlichkeit dar. Die eingerichtete Homepage (www.kitapusteblume.de), die regelmäßig aktualisiert wird, rundet die die Öffentlichkeitsarbeit ab.

 

5. ZUSAMMENARBEIT MIT ANDEREN INSTITUTIONEN

 

Die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen begründet sich aus der Vielfalt der Interessen und

Fragestellungen, die sich im Kitaalltag ergeben können. Daraus entwickeln sich Kontakte zu

den verschiedensten Institutionen, die im Folgenden aufgelistet sind.

 

  • Fachdienst Jugend Wetter

  • DPWV

  • Stadtverwaltung Wetter

  • Evangelische Stiftung Volmarstein und deren Einrichtungen

  • Fachschulen für Sozialpädagogik Witten, Hagen und Hattingen

  • Grundschulen in den Ortsteilen Volmarstein, Schmandbruch, Grundschöttel und andere

  • Schulen

  • Musikschule der Lichtburg Wetter

  • Erziehungsberatungsstelle des GVS (BerTa)

  • Frühförderstellen

  • Praxen für Logopädie und Ergotherapie

  • Gesundheitsamt

  • andere Kindertagesstätten

 

SCHLUSSWORT

 

Ein Dankeschön an alle, die sich an der inhaltlichen Erarbeitung dieses Konzeptes und an seiner

Fertigstellung aktiv beteiligt haben. Das gemeinsame Ergebnis beinhaltet Anregungen, der

Mitarbeiter/innen und Eltern und des Vorstandes und es hofft auf konstruktive Umsetzung in die Praxis der Kita. Dieses Konzept erhebt keinen Anspruch auf Absolutheit und Unveränderlichkeit. Es muss den sich verändernden Bedingungen angepasst werden und bedarf der steten Diskussion aller Beteiligten als gemeinsame Stützen des Elternvereins.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literaturhinweise:

 

Colberg-Schrader, H. & Krug, M. (1986). Lebensnahes Lernen im Kindergarten (3. Aufl). München

Dichans, W. (1993). Der Kindergarten als Lebensraum für behinderte und nichtbehinderte Kinder. Köln.

Ehrhardt-Kramer, A.; Gerspach, M. & Hoppe, J.P. (2002). Integrative Erziehung behinderter und nichtbehinderter Kinder. Frankfurt.

Huppertz, N. (1992). Erleben und Bilden im Kindergarten. Freiburg

Irstens, B. & Preissing, C. (1990). Damit wir wissen, was wir tun! Augsburg

Krenz, A. (1991). Der „Situationsorientierte Ansatz“ im Kindergarten. Freiburg

Küspert, P. & Schneider, W. (2008). Hören, Lauschen, Lernen. Sprachspiele für Kinder im Vorschulalter. Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache (6. Aufl.). Göttingen

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) (1999). Besser gemeinsam – wohnortnahe Integration behinderter Kinder in Tageseinrichtungen. Münster

Maywald, J. & Schön, B. (Hrsg.) (2008). Krippen – Wie frühe Betreuung gelingt. Weinheim.

Oertel, F. (1983). Konzept und Methoden elementarer Sozialerziehung, München

 

Internetquellen:

 

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2008). Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz). Verfügbar über: http://www.mfkjks.nrw.de/kinder-und-jugend/kibiz-aenderungsgesetz/kibiz.html

Textor, M.R. (2002). Kindergartenpädagogik. Verfügbar über: http://www.kindergartenpaedagogik.de/

 

 

 

 

 

Geänderte Fassung Mai 2013

PÄDAGOGISCHES KONZEPT DER KITA PUSTEBLUME